Kardiorenales Syndrom

Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz weisen aufgrund einer engen pathophysiologischen Interaktion oftmals auch eine begleitende Niereninsuffizienz auf (kardiorenales Syndrom). Einer der häufigsten Gründe für eine Hospitalisierung dieser Patienten ist die hydropische Dekompensation, die oftmals trotz konservativer Therapieoptimierung eintritt.

Im Falle von therapierefraktären Patienten stehen als zusätzliche Therapieoptionen Ultrafiltrationsverfahren zur additiven Volumenentzugstherapie zu Verfügung. In der akuten Dekompensation mit intensivstationspflichtigen Patienten ist dabei zunächst eine extrakorporale Nierenersatztherapie zu bevorzugen. Bei der chronischen Dekompensation hingegen, insbesondere wenn diese mit Aszitesbildung einhergeht, bieten Peritonealdialyseverfahren aufgrund ihres kontinuierlichen Charakters Vorteile. Voraussetzung für beide Therapiemöglichkeiten ist eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kardiologen und Nephrologen. Ziel des individuellen Therapieansatzes sollte dabei immer sein, Hospitalisierungen zu reduzieren und die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern.

Aktuell offene Fragen bezüglich der optimalen Verfahrenswahl sowie Therapiesteuerung sollten in weiteren sorgfältigen prospektiven Studien im kardionephrologischen Verbund geklärt werden. Daher sollten Verlaufsdaten der Patienten im Register der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (http://www.herz-niere.de) erfasst werden.

 

Studien:

Schwenger V, Remppis BA, Westenfeld R et al et al (2014). Dialyse- und Ultrafiltrationsverfahren bei kardiorenalem Syndrom. Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft „Herz – Niere“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. Kardiologe 8:26–35

Ronco C, McCullough P, Anker SD et al (2010) Cardio-renal syndromes: report from the consensus conference of the acute dialysis quality initiative. Eur Heart J 31(6):703–711.

Shamseddin MK, Parfrey PS (2009). Mechanisms of the cardiorenal syndromes. Nat Rev Nephrol 5(11):641–649.